Abschlussbericht

Reitstallbrand Bergmühle

am 24. März 2020, 13:53



DankSchreiben

Download
Dankschreiben
Dankschreiben.pdf
Adobe Acrobat Dokument 8.4 MB

Am 24. März um 13:53 Uhr wurden die Feuerwehren Kaindorf an der Sulm und Leibnitz zum Reitstallbrand „Bergmühle“ alarmiert. 

 

Bereits auf der Anfahrt wurde vom Einsatzleiter (OBI Jürgen Happer) die Feuerwehren Seggauberg, Tillmitsch, Neutillmitsch und Heimschuh nachalarmiert. 

 

Die Zufahrt zum Reitstall gestaltete sich schwierig, da die Zufahrt mit PKWs von Schaulustigen erschwert passierbar war. 

 

Beim Eintreffen am Einsatzort befand sich bereits die große Reithalle samt angebautem Gebäude und Stallungen in Vollbrand. 

 

Da sich die Pferdebesitzer untereinander verständigt hatten, um die Pferde zu retten, waren bereits einige Pferdebesitzer vor uns am Einsatzort. Somit lag die erste Aufgabe darin, diese Personen in Sicherheit zu bringen. Ebenfalls war beim Eintreffen noch nicht klar ob alle Mitarbeiter bereits das Gebäude verlassen hatten. Diese versuchten ebenfalls so viele Pferde wie möglich in Sicherheit zu bringen. 

 

Nachdem uns bestätigt wurde, dass sich keine Personen mehr im Inneren der Gebäude aufhielten, wurde sofort mit dem Schützen der Nebengebäude begonnen. Eine kleine Reithalle konnte in letzter Minute noch vor dem Übergreifen des Brandes geschützt werden. Bei einem Gebäude im mittleren Bereich waren die Maßnahmen vergebens, die Hitzestrahlung war zu groß, um dieses Gebäude zu halten. In diesem Trakt befanden sich beim Übergreifen des Brandes zum Glück keine Pferde mehr in den Stallungen. 

 

Mit den ersten nachalarmierten Kräften wurde die Brandbekämpfung des angrenzenden Waldes, der durch Funkenflug entzündet wurde, begonnen. Nachdem durch starken Wind ein Ausbreiten des Waldbrandes Richtung Süden zum Schloss Seggau sehr schnell vor sich ging, wurde der Tanklöschzug SÜD nachalarmiert. Mit diesen Kräften wurde von der Schlossseite mit der Brandbekämpfung des Waldes begonnen. Hier konnte ein Übergreifen auf das Schlossanwesen in letzter Minute verhindert werden. 

 

Um Reserven zu bilden, beziehungsweise zum Einrichten eines Pendelverkehrs wurde auch der Tanklöschzug NORD alarmiert. Ebenfalls wurde für die eingesetzten Kräfte am Schlossgelände weitere 6 Atemschutztrupps als Reserve nachalarmiert. 

 

Nachdem der Wind zeitweise stärker wurde und auch leider die Richtung änderte, bestand hier die Gefahr, dass sich der Waldbrand Richtung Norden ebenfalls schlagartig ausbreiten könnte. Hier konnten zum Glück die ersten TLFs des TLF Zug NORD eingesetzt werden. Alle 6 nachalarmierten Atemschutztrupps wurden beim Eintreffen ebenfalls sofort eingesetzt, um eine Ausbreitung auf der oberen Seite Richtung Norden zu verhindern. 

 

Um einen Überblick über diese große Schadenslage zu bekommen, wurde das ELF Gleinstätten und zusätzliche Spezialisten zum Errichten einer Einsatzleitung nachgeholt. 

 

Sehr viele Löschmaßnahmen konnten durch die starke Rauchentwicklung nur unter schwerem Atemschutz durchgeführt werden. Um die Aufrechterhaltung dieser wichtigen Vorgangsweise zu gewährleisten, wurde im Bereich des Reitstalls das ALF Leibnitz, sowie im oberen Bereich im Bereich des Schlosses das WDF Leitring stationiert. Somit konnte sichergestellt werden, dass alle Atemluftflaschen auf kurzer Distanz gefüllt werden konnten. 

 

Nach den ersten Erfolgen der Waldbrandbekämpfung wurde seitens der Einsatzleitung eine Drohne mit Wärmebildkamera aus dem BFV Radkersburg angefordert. Mit dieser Drohne konnte noch vor Einbruch der Dunkelheit nach Glutnestern gesucht werden, um die Einsatzkräfte im teilweisen sehr steilen Gelände keiner größeren Gefahr durch ausrutschen oder abstürzen durch Dunkelheit auszusetzen. Mit dieser Drohne konnten 3 Glutnester lokalisiert werden, dass ohne Luftaufnahmen sonst nicht möglich gewesen wäre. 

 

Es stellten sich ebenfalls auch Erfolge am Gelände des Reitstalls ein. Die kleine Reithalle konnte geschützt werden und blieb somit verschont. 

 

In den Stallungen der großen Reithalle kam leider für 9 Pferde jede Hilfe zu spät. 

 

Was die Lage zusätzlich erschwerte, war natürlich das Thema „COVID 19“. Hier wurde auch darauf geachtet, dass der Abstand unter den Personen eingehalten wurde sowie freiwerdende Kräfte sofort vom Einsatz abgezogen und nach Hause geschickt wurden. 

 

Brand Aus konnte gegen 20:30 Uhr gegeben werden. 

 

Über die Nachtstunden wurde von den Feuerwehren Kaindorf, Leibnitz und Seggauberg eine Brandwache gehalten. Ebenso kontrollierte man laufend die Waldfläche mit der Drohne nach Glutnestern ab. Da die Einsatzkräfte aus dem BFV Radkersburg mit der Drohne auch eine Ablösung benötigten, sie kamen direkt von einem Großbrand im Bereich Radkersburg, wurde die Drohne aus dem BFV Graz-Umgebung als Ablöse nachalarmiert. 

25. März 2020

 Am nächsten Tag bestand unsere Aufgabe darin, noch immer aufflackernde Glutnester abzulöschen und die Brandursachenermittlung bei ihren Arbeiten zu unterstützen. 

 

Ebenfalls wurde eine Feuerwehrkameradin, die im KIT-Team Land Steiermark ist, beauftragt, die eintreffenden Pferdebesitzer zu betreuen und auch jene Besitzer zu begleiten die sich von ihrem Pferd am Einsatzort, sofern es die Einsatzstelle zuließ, verabschieden wollten.  

 

Während den Nachlöscharbeiten und Untersuchungen der Brandursachenermittlung, wurde plötzlich Rauchaustritt aus dem Dachbereich der kleinen Reithalle wahrgenommen. Hier wurde sofort mit einem Innenangriff über einen Leiterweg begonnen. Da man von Innen nicht genau den Brandausbruch ausmachen konnte, wurde die DLK Leibnitz und das WLF Kaindorf nachalarmiert, um eine Lokalisierung des Brandherdes von außen durchzuführen. Das WLF Kaindorf musste einen LKW, der im Innenhof stand und teilweise mit abbrannte, wegziehen, um eine geeignete Aufstellfläche für die Drehleiter zu bekommen. Mit der Drehleiter konnte dann von außen der Brandherd rasch lokalisiert und abgelöscht werden. 

Nach dem Abschluss der Brandursachenermittlung konnten wir mit den Nachlöscharbeiten der Heuballen und eingestürzten Gebäudeteile beginnen. Hierzu wurde ein Kettenbagger angefordert, um die Heuballen in der Reithalle zu verteilen und endgültig abzulöschen. Ebenfalls unterstützten wir eine Firma beim Abtransport der verbrannten Tiere.  

 

Um ca. 20:00 Uhr konnten auch wir uns wieder einsatzbereit melden. 

 

Bei diesem Einsatz waren 27 Feuerwehren mit 60 Fahrzeugen und rund 400 Personen im Einsatz. 

 

Neben den Gebäuden des Reitstalls war auch eine Waldfläche von zirka 60.000m2 betroffen. 

 

Ein großer Dank geht auch an die Polizeiinspektion Leibnitz, die nebenbei die Verkehrsregelungen durchführten. Ebenfalls war auch das RK Leibnitz als Brandambulanz vor Ort. 

 

Ein großer Dank geht an alle eingesetzten Kräfte aller Einsatzorganisationen. Die Zusammenarbeit funktionierte zu jeder Zeit reibungslos. 

 

Auch vom Besitzer des Reitstalls wurde allen Einsatzkräften ein großes Lob für die schnelle und professionelle Vorgehensweise ausgesprochen. 

 

TLF, RLF, WLF, LKW, MZF, MTF | Feuerwehr Fresing-Kitzeck, Feuerwehr Gabersdorf, Feuerwehr Gamlitz, Feuerwehr Gleinstätten, Feuerwehr Grossklein, Feuerwehr Hasendorf a. d. M., Feuerwehr Heimschuh, Feuerwehr Leibnitz, Feuerwehr Lebring/St. Magarethen, Feuerwehr Leitring, Feuerwehr Leutschach, Feuerwehr Neudorf a. d. M., Feuerwehr Neutillmitsch, Feuerwehr Obergralla, Feuerwehr Oberhaag, Feuerwehr Seggauberg, Feuerwehr St, Georgen/Stiefing, Feuerwehr St. Johann i. Saggautal, Feuerwehr St. Nikolai/Sausal, Feuerwehr Tillmitsch, Feuerwehr Untergralla, Feuerwehr Wagna, Feuerwehr Wolfsberg/Schwarzautal, ELF Eichfeld + Drohne BFV RA, ELF Raaba + Drohne BFV GU | Rotes Kreuz Leibnitz | Polizei Leibnitz



Nützliche Links

Webmaster

LM d. V. SCHEIKL Nicolas

support@feuerwehr-kaindorf.at

 

Folge uns


URHEBERRECHT: Alle Inhalte dieser Webseite (Bilder, Fotos, Texte, Videos) unterliegen dem Urheberrecht. Falls notwendig, werden wir die unerlaubte Nutzung von Teilen der Inhalte unserer Seite rechtlich verfolgen.

 

Impressum | Kontakt

© 2020 by Freiwillige Feuerwehr Kaindorf an der Sulm