Abschlussbericht

Hochwasser 2023

ab 04. August 2023



Am Freitag, dem 4. August, bekamen wir unseren ersten Einsatzbefehl. Ein Baum war auf die B74 gefallen und behinderte den Verkehr. Dass mit diesem Einsatz für uns ein langes Wochenende begann, war uns dort noch nicht bewusst. Wir entfernten diesen Baum und rückten wieder ins Feuerwehrhaus ein. Nicht mal eine Stunde später bekamen wir schon den nächsten Einsatzbefehl. Es war wiederum ein Baum auf der B74 zu beseitigen, jedoch diesmal sollte ein Mopedfahrer daran beteiligt und verletzt sein. Nach diesem Einsatz häuften sich die weiteren Meldungen. Die nächste Einsatzadresse war dann eines unserer Hotspots im Löschgebiet. Die Grottenhofer Stub´n meldete Wassereintritt. Somit mussten wir ein weiteres Steigen und Eindringen größerer Wassermassen verhindern. Mit einigen Pumpen, einem Erdwall, einer Sandsackschlichtung und einer Palettenwand konnte uns dies gelingen.

 

Nach und nach stieg der Pegel der Sulm an und damit häuften sich auch die Einsatzmeldungen. Weitere Keller in der Augasse mussten ausgepumpt werden. Ebenfalls spitzte sich die Lage im Seniorenhaus Vicujnik zu. Hier mussten Vorbereitungen für eine Evakuierung getroffen werden. Leider mussten wir gegen 22 Uhr die Evakuierung auch durchführen, da die Pegelstände in der Sulm und Lassnitz weiterstiegen.

 

Am Samstag bekamen wir tatkräftige Unterstützung von Feuerwehren aus dem Bereich Knittelfeld. Nachdem der Pegel der Lassnitz immens gestiegen war, drohte die neue Maschinenhalle der Firma Fink überflutet zu werden. Mit der Unterstützung dieser Feuerwehren mit Großpumpen konnte dies verhindert werden. Im Laufe des Tages erhielten wir laufend Meldungen über überschwemmte Keller und umgestürzte Bäume. Nachdem sich diese Lage nicht nur im Löschgebiet der FF Kaindorf an der Sulm weiter zuspitzte, wurde von Bürgermeister Mag. Michael Schumacher in gewissen Abständen ein Krisenstab der Führungskräfte von Feuerwehr, Rettung, Polizei, Gemeinde und den Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden einberufen. Hier wurde die Veränderung der Lage aller Ortschaften und Schadensstellen verglichen und weitere gemeinsame Vorgehensweisen besprochen.

 

Am Sonntag stand die Rückführung des Seniorenheimes am Tagesprogramm. Der Pegel der Lassnitz ließ diese Maßnahme zu. Es wurde jedoch ein „Worst Case“ Programm bei erneutem Steigen des Pegels erarbeitet mit der Heimleitung. Dieser musste jedoch nicht angewendet werden. Ebenfalls musste der Reitstall Bergmühle evakuiert werden. Hier wurden fast alle Pferde evakuiert. Es mussten ebenso einige Straßensperren verhängt werden. So war am Wochenende die B74 von der Finkkreuzung bis nach Silberberg gesperrt. Ebenfalls war die Rettnerbrücke für sämtlichen Verkehr gesperrt, weil sich einerseits große Verklausungen bei der Brücke bildeten, und andererseits die Straße nach der Brücke Richtung Seggauberg überflutet war.

 

Am Montag fanden weitere Auspumparbeiten statt. Es konnten auch die ersten Rückgänge der Pegelstände bemerkt werden. Somit liefen die Pumparbeiten um einiges besser. Ebenso konnten einige Straßensperren teilweise aufgehoben werden. 

Am Dienstag konnten wir mit den Aufräum- und Reinigungsarbeiten beginnen. Die Pegel der Lassnitz und Sulm fielen weiter. Jedoch machte uns nebenbei der Grundwasserpegel Probleme. Alle Keller, die mit Grundwasser voll waren, konnten noch nicht ausgepumpt werden. So machte das Grundwasser auch Probleme im Seniorenheim Vicujnik. Da hier wegen dem Grundwasser ein weiteres Bewohnen nicht mehr möglich war, mussten wieder erste Vorbereitungen für eine Evakuierung getroffen werden.

 

Somit wurde am Mittwoch, mit Beginn um 09 Uhr, das Seniorenheim abermals evakuiert. Mit Unterstützung der Feuerwehr Leibnitz und dem Roten Kreuz wurden nicht nur die Bewohner evakuiert, sondern auch sämtliches Pflegematerial und Einrichtungsgegenstände, die im Ausweichquartier benötigt wurde.

 

Mit dieser Evakuierung gingen für uns intensive und kräftezehrende Tage zu Ende. In diesen Tagen standen alle Fahrzeuge mit insgesamt 40 Personen im Einsatz. Wir leisteten in diesem Zeitraum mehr als 3.000 Einsatzstunden zur Sicherheit der Bevölkerung von Kaindorf an der Sulm.

 

Wir bedanken uns auf diesem Wege auch bei der Bevölkerung, die uns mit Verpflegung, Getränkespenden oder finanziell unsere Arbeit würdigten. Mit solchen Zuweisungen bekommen wir neue Kraft für die noch ausstehenden Einsätze.

 

Bericht: HBI HAPPER Jürgen


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LM d. V. SCHEIKL Nicolas

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